Die Heizkurve ist das Herzstück Ihrer Heizungsregelung, denn sie bestimmt, mit welcher Vorlauftemperatur Ihr Heizkörper bei welcher Außentemperatur versorgt wird. Liegt die Kurve zu hoch, wird mehr Wärme erzeugt als nötig, was unnötig viel Energie verbraucht und die Räume überhitzt. Um Ihre Heizkosten zu senken, sollten Sie die Kurve daher schrittweise absenken. Suchen Sie zunächst das Einstellrad oder das Menü für die Heizkurve an Ihrem Heizkessel oder der Bedieneinheit. montage anleitung es eine Einstellung mit einem Faktor oder einer Steilheit, die Sie in kleinen Schritten von 0,1 oder 0,2 reduzieren können. Notieren Sie sich den Ausgangswert, notfalls mit einem Handyfoto, damit Sie jederzeit zurückjustieren können. Wichtig ist, dass Sie nach jeder Änderung mindestens 24 Stunden warten, bevor Sie die Wirkung beurteilen, da sich die Räume und die Gebäudemasse erst langsam auf die neue Vorlauftemperatur einstellen.
Ein typisches Anzeichen für eine zu hoch eingestellte Heizkurve sind tropfende oder zischende Heizkörper, wenn das Thermostatventil die Zufuhr begrenzt, sowie eine unangenehme, trockene Raumluft. Senken Sie die Kurve nun ab, bis Sie in den kältesten Räumen bei voll geöffneten Thermostaten gerade noch eine angenehme Wärme von etwa 20 bis 21 Grad Celsius erreichen. Achten Sie darauf, dass die Heizkörper dabei gleichmäßig warm werden, ohne dass einzelne Stellen kalt bleiben, was auf ein hydraulisches Problem hindeuten würde. Eine gute Faustregel ist, die Kurve so niedrig wie möglich einzustellen, aber so hoch, dass es an den kältesten Tagen des Winters nicht zu kalt wird. Ein zweiter wichtiger Stellpunkt ist der Parallelversatz oder die Raumtemperatur-Korrektur, der den gesamten Verlauf der Kurve nach oben oder unten verschiebt. Falls Ihnen im Herbst bei milden Außentemperaturen die Räume zu kalt erscheinen, korrigieren Sie besser diesen Wert als die Steilheit, da Letztere nur den Effekt bei starkem Frost beeinflusst. So vermeiden Sie unnötige Mehrverbrauch in der Übergangszeit und können Ihre Heizkosten senken, ohne auf Komfort zu verzichten.
Wenn Sie die Einstellung optimiert haben, überprüfen Sie nach einer Woche die tatsächlichen Raumtemperaturen und den Energieverbrauch. Sollten die Räume nun trotz abgesenkter Kurve zu warm sein, können Sie die Kurve nochmals um 0,1 reduzieren, bis sich ein stabiles Gleichgewicht einstellt. Bedenken Sie, dass auch ein hydraulischer Abgleich der Heizkörper und das Entlüften der Anlage einen großen Einfluss auf die Effizienz haben; eine perfekt eingestellte Heizkurve hilft nur, wenn das Wasser ungehindert zirkulieren kann. Ein weiterer Tipp ist die Dimmung der Nachtabsenkung: Eine zu starke Absenkung am Abend, etwa mehr als vier Grad, führt morgens zu einem hohen Aufheizbedarf, der die eingesparte Energie oft wieder zunichtemacht. Eine moderate, gleichmäßige Kurve mit leichter Nachtabsenkung ist die effizienteste Strategie, um dauerhaft Heizkosten zu senken und das Haus gleichmäßig warm zu halten. Beobachten Sie Ihr Verhalten und die Temperaturen über einen kompletten Winter, denn die verbrauchte Energie hängt stark von Ihrem Lüftungs- und Nutzungsverhalten ab. Mit etwas Geduld finden Sie die ideale Einstellung, die warmes Wohnen mit einem sparsamen Verbrauch verbindet, ohne dass Sie auf teure Technik oder Komfortverzicht zurückgreifen müssen.
